Kaffee – Ein guter Freund fürs Leben

Von – 2. Juni 2017

Steven Mc Auley (27 Jahre) ist mit Leidenschaft dabei, wenn er über das Thema „Kaffee“ spricht. Bei unserem Gespräch fiel uns auf, dass es heute wieder ein Umdenken gibt: Kaffee in Ruhe genießen und nicht nur „to go“.  Mit Entschleunigung hat auch seine KAFE Methode zu tun. Wie inspirierend Kaffee im Zusammenhang mit der Businesswelt sein kann, zeigt Steven mit seiner Firma „Kaffeeseminare München“. Ich wollte wissen, was er genau anbietet und vor allem, wie alles begann.

Steven Mc Auley, Owner, Trainer & Dipl. Kaffeesommelier

Du hast Dich mit „Kaffeeseminare München“ im letzten Jahr selbstständig gemacht. Was bietest Du an?

Wir veranstalten Teambuilding Events bei Unternehmen in Form von Kaffeeseminaren. Das erste hocharomatische Teambuilding Event Deutschlands. Zudem werde ich als Speaker gebucht für Mitarbeiter- und Kundenevents. Hier steht die Themen Innovation und Transformation im Mittelpunkt. Kaffee ist der Innovationstreiber Nummer Eins. Das weiß nur keiner. Noch nicht.

Wie sehen Deine Aufträge aus?

Ich halte bei Veranstaltungen Vorträge zum Thema Kaffee und erzähle etwas über die Geschichte und die Bedeutung des Getränks in unserer Bürowelt. Meine Kaffeeseminare werden oft als Teamevent gebucht. Dann lasse ich – neben dem theoretischen Teil, den ich immer mit einer Prise Humor gestalte – die Teilnehmer verschiedene Kaffeesorten probieren. Wir verkosten uns einmal um die Welt und ich erkläre den Unterschied zwischen Industrieröstung und Handröstung. Ich besitze selbst einen Handröster wodurch die Teilnehmer live miterleben können, wie aus einer grünen Bohne quasi schwarzes Gold wird. In meinen Seminaren bringe ich über das Thema Kaffee die Menschen in Interaktion. Kaffee hilft mir dabei enorm. Mehr als jede Coachingausbildung.

Was ist die „KAFE Methode“, die Du zusammen mit der Professorin für Psychologie, Prof. Dr. Silke Heiss, an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management weiterentwickelt hast?

Alles Handarbeit.

Steven bei der Kaffeeröstung.

Um so fokussiert wie möglich dem nachzugehen, was ich wirklich tun möchte, habe ich nach irgendetwas gesucht, was mich täglich einmal anstupst und sagt: „Bist du auf dem richtigen Weg?“ Eine Selbstreflexion einmal am Tag. Bei der Suche bin ich auf meinen alten Freund Kaffee gestoßen. Und der hilft mir jetzt dabei. Meine KAFE Methode ermuntert die Menschen, sich beim Kaffeetrinken kurz Zeit zu nehmen und bewusst den Kaffee zu genießen. Achtsamkeit ist das Stichwort. Der Geruch eines Kaffees ist unverwechselbar und regt direkt unser „Riechhirn“ an. Alle unsere Sinne werden gefiltert, außer Gerüche. Deswegen funktioniert die KAFE Methode so gut. Jeder Buchstabe steht für einen Gedanken, wie zum Beispiel das K für „die Kraft haben, einen guten Tag zu erleben“ oder F wie „an diesem Tag fokussiert sein“ oder E wie „diesen Tag effektiv gestalten, etwas MACHEN!“ Mit der Tasse Kaffee in der Hand sollen die Leute mit meiner Methode kurz innehalten bevor sie los hetzen. Ich fordere sie quasi zur Selbstreflektion auf. Aktuelle Studien aus Großbritannien belegen, dass die Zusammensetzung der über 1000 Substanzen im Kaffee dabei helfen. Komisch, dass das niemand weiß.

Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Es gibt eine Vielzahl an Sorten und das weltweit.

Seit wann beschäftigst Du Dich mit dem Thema und wie bist Du überhaupt dazu gekommen?

Mit Kaffee habe ich mich immer schon beschäftigt, aber es am Anfang nicht mit einem Beruf in Verbindung gebracht. Ich komme ursprünglich aus der Finanzbranche und bin Kaufmann für Versicherung und Finanzen. Damals kam ich zum ersten Mal mit dem Thema Training in Berührung. Ich habe in Hannover für einen französischen Versicherer Auszubildende in Workshops die Themen Selbstorganisation und Kommunikation näher gebracht und dabei gelernt, wie man Dinge vermittelt. Das hat mir Spaß gemacht. Später trainierte ich Agenturinhaber in den Themen Organisation, Mindset und Kommunikation. Besonders gefallen hat mir in der Zeit die Möglichkeit, sowohl aus dem Homeoffice heraus, als auch vor Ort zu arbeiten. So habe ich gelernt, selbstständig zu sein, meinen Tag einzuteilen und mich zu organisieren.

Und was passierte dann?

In einem Urlaub Ende 2012 änderte sich alles. Vor meiner Abreise hatte ein Bekannter mich gefragt, ob ich ein Kaffeeunternehmen in Hannover mit aufbauen möchte. Zu der Zeit habe ich viele Bücher zum Thema neue Arbeitswelt und persönliche Weiterentwicklung gelesen, wie „One billion dollar“ oder „Die 4-Stunden Woche“. Im Urlaub überlegte ich, ob das, was ich mache, für irgendjemanden zielführend ist. Als die Antwort NEIN lautete, habe ich mich entschlossen zu kündigen. Natürlich haben mich alle für verrückt erklärt. Besonders meine Mama und meine Freundin.

Dann hast Du das Kaffeeunternehmen mit aufgebaut?

Ja. Ich bin Anfang 2013 in die Hannoversche Kaffeemanufaktur eingestiegen und war als Teil der Geschäftsführung für den Organisationsaufbau, Marketing und Vertrieb zuständig. In Wien habe ich mich am Kaffee-Institut zum Diplom Kaffee-Sommelier ausbilden lassen. Die Arbeit machte mir wahnsinnig viel Spaß und wir hatten Erfolg. Natürlich haben wir auch viele Fehler gemacht, aber unsere Leidenschaft für das, was wir getan haben, hat uns voran gebracht. Was mir interessanterweise damals besonders schwer gefallen ist, war die Herausforderung der Selbstständigkeit, das heißt seinen Tag und sich selbst zu strukturieren. Es war oft das reinste Chaos.

Dabei hast Du schon selbstständig gearbeitet und dies anderen beigebracht…

Das stimmt. Aber ich selbst habe alle Regeln missachtet. Deshalb halte ich viel von dem Spruch „Zeige mir was du lehrst und ich zeige dir was du brauchst“. Es nur zu wissen oder es selber zu machen sind zwei komplett unterschiedliche Dinge. Wie Fußball und Eiskunstlaufen. Das ist ein bekannter Denkfehler.

Wie ging es weiter?

Nach zwei Jahren bin ich ausgestiegen, um mich neu zu orientieren. Ich habe mich an der FOM in München angemeldet und Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie studiert. Ich wollte lernen, wie ich zukünftig solche Chaos-Fehler vermeiden konnte und erkunden, wie mir das überhaupt passieren konnte. Nebenbei habe ich mich bei Unternehmen auf Personal- oder Vertriebsstellen beworben, aber in den Gesprächen immer wieder festgestellt, dass die Rahmenbedingungen einer Festanstellung nicht wirklich etwas für mich sind. Dann kam die Möglichkeit in München für eine spezialisierte Unternehmensberatung zu arbeiten, die bei Banken und Versicherungen Transformations- und Digitalisierungsprojekte begleitet. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung von dem Job, aber ich habe es gemacht, weil mich die Menschen begeistert haben. Zwei Jahre habe ich die Unternehmensberatungswelt kennengelernt, habe mit Unternehmen und den oberen Führungsetagen gearbeitet. Es war eine tolle Zeit in einem tollen Unternehmen.

Du warst dort sehr erfolgreich. Trotzdem hast Du den Job aufgegeben – für eine eher unsichere Zukunft. Ist Dir das schwer gefallen?

Es war nicht einfach, weil mir die Aufgaben gefallen haben. Aber irgendwie fehlte mir das Coaching und Training. Der Hebel war mir zu klein. Das Thema Kaffee hatte ich parallel weiterverfolgt, bin auch immer wieder darauf angesprochen worden, ob ich da nicht etwas anbieten könnte. Durch meinen Job konnte ich gute Kontakte aufbauen. Ich bin mit meiner Kaffee-Idee auf die Kontakte zugegangen und als ich merkte, dass die Idee ankam, habe ich es gewagt, gekündigt und mein eigenes Unternehmen gegründet.

Was sind Deine nächsten Schritte?

Ich bin sehr neugierig und immer auf der Suche nach Möglichkeiten meinen Werkzeugkasten an Skills aufzufüllen. Die Themen Coaching, Training und Vorträge werde ich weiter intensiv verfolgen. Dazu studiere ich parallel an der FOM in München Psychologie und Wirtschaft. Ich lasse mich auf meinem Weg von einem Mentor, Manfred Engelking, unterstützen, denn ich habe gelernt, dass man seine Ziele nicht allein schaffen kann. Du brauchst jemanden, der dich immer wieder antippt und fragt: Wo geht es hin? Was ist Deine Idee? Bei „Kaffeeseminare München“ sind wir inzwischen sieben Personen und haben zudem die „Münchner Kaffeerösterei“ gegründet. Kurz nach der Gründung konnten wir Jochen Schweizer als Partner gewinnen, das hilft schon.

 

 

Infos zur Person unter: www.stevenmcauley.com

 

Die KAFE Methode

K – Kraft (Habe ich alles, um aus diesen Tag einen guten Tag zu machen?)

A – Abenteuer (Was kann schon passieren, wenn ich mache, was ich will?)

F – Fokus (Was ist heute wichtig, was bringt mich meinem Ziel näher?)

E – Einfach machen (Jetzt geht’s los!)

 

 

 

 

Wussten Sie schon?

Kaffee macht glücklich! Es verringert im Durchschnitt die Wahrscheinlichkeit Depressionen zu erleiden.

Kaffee hält jung! Im Kaffee enthaltene Antioxidantien bekämpfen die bösen freien Radikale, die uns altern lassen.

Kaffee meckert nie und hört immer zu. Ein guter Freund fürs Leben.

 

 

 

Büchertipps:

  • Barry Schwartz „Why we work?“ (Ein Standardwerk für alle)
  • Timothy Ferriss „Die 4-Stunden Woche“.
  • Rolf Dobelli „Die Kunst des klugen Denkens“.
  • Andreas Eschbach „Eine Billion Dollar.“
  • Jack Nasher „Überzeugt“
  • Carol Dweck „Mindset“

 

Ein Wort zum Schluss:

Wir mussten bei dem Gespräch herzhaft lachen, als ich erzählte, dass ich mir damals das Buch von Timothy Ferris „Die 4-Stunden Woche“ gekauft hatte und erst später bemerkt habe, dass der Titel nicht „4-Tage Woche“ lautet. Mein Gehirn hatte das damals nicht für möglich gehalten. Apropos: Hat das schon jemand ausprobiert? Ich meine die 4-Stunden Woche? Würde mich interessieren.

 

1 Kommentar

Horst Dieter Weitner

September 21, 2017 @ 18:18

Antwort

Toller Bericht, bin begeistert. Eine Freundin aus Hamburg macht sich auch gerade daran Kaffeeseminare zu geben, spannend.
Vielen Dank für den schönen Bericht!

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Über die Autorin

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Als Kommunikationsexpertin und freie Journalistin berate ich Unternehmen in Change Prozessen. Das Thema "Veränderung" hat mich schon immer fasziniert, vor allem weil jeder anders damit umgeht. Neues wagen verbinde ich mit geistiger Wachheit und Kreativität. Für meinen Blog bin ich immer auf der Suche nach interessanten Menschen und Geschichten, die mit Veränderung zu tun haben. Ich liebe es, aus einer Idee eine Story zu entwickeln. Dabei möchte ich mit meinen Geschichten informieren und inspirieren. Meine langjährige Kommunikationserfahrung habe ich in verschiedenen internationalen PR-Agenturen in Düsseldorf und als Pressesprecherin bei einem großen Finanzdienstleister in München gesammelt. 

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